So rechnet naido
Stand: 12.10.2026
naido sagt den nächsten Schlaf deines Babys als Zeitfenster voraus. Die Rechnung läuft komplett auf deinem Telefon und nutzt nur die Einträge deines Kindes. Diese Seite beschreibt das Verfahren in naido 0.28.4, mit seinen Grenzen.
Was naido misst: Wachfenster
Ein Wachfenster ist die Zeit vom Aufwachen bis zum nächsten Einschlafen. naido liest die Wachfenster aus deinen Einträgen. Kurze Unterbrechungen zählen als Pause desselben Schlafs: bis 15 Minuten bei Schläfchen, bis 30 Minuten in der Nacht. Wachfenster unter 15 Minuten oder über sieben Stunden lässt naido als wahrscheinliche Lücke oder Tippfehler weg.
Ähnliche Situationen zählen mehr
Sobald es mindestens zehn vergleichbare Wachfenster gibt, nimmt naido für die Vorhersage die Wachfenster der letzten bis zu 120 Tage (gibt es darin keine, auch ältere) und gewichtet jedes danach, wie ähnlich die damalige Lage der heutigen war:
- Uhrzeit des Aufwachens
- das wievielte Schläfchen des Tages ansteht
- wie lang der Schlaf davor war
Dazu zählen jüngere Tage mehr: Ein Wachfenster von vor einer Woche zählt halb so viel wie eines von heute. Die Mitte des Fensters ist der gewichtete Median, also der Wert, bei dem die Hälfte des Gewichts darunter und die Hälfte darüber liegt.
Am Anfang, mit weniger Einträgen, nimmt naido nur die Wachfenster vor demselben Schläfchen des Tages, zählt jüngere stärker und mischt sie mit altersüblichen Startwerten aus veröffentlichten Referenztabellen. Je mehr du einträgst, desto mehr zählen die eigenen Daten; ab zehn passenden Beobachtungen rechnet naido nur noch mit ihnen. Ein Import aus einer anderen App verkürzt diese Anlaufzeit.
Die Nacht
Für die Nacht mischt naido die Rechnung zur Hälfte mit eurer üblichen Bettzeit, weil die Bettzeit in vielen Familien eine feste Gewohnheit ist. Das Aufwachen am Morgen sagt naido direkt aus der üblichen Aufwachzeit der letzten Nächte voraus.
Fenster statt Minute
Die Breite des Fensters folgt der Streuung deines Kindes: Schwanken die Wachfenster stark, wird es breiter. Mit eigenen Daten liegt sie zwischen ±12 und ±35 Minuten um die Mitte, vor der Nacht bei bis zu ±50 Minuten; ganz ohne Einträge übernimmt naido die Spanne der Alterstabelle. Im Störungs-Modus kann das Fenster bis zum 1,6-Fachen breiter werden, also bis etwa ±56 Minuten, vor der Nacht bis etwa ±80. Zusätzlich zeigt naido in drei Stufen, wie belastbar die Vorhersage ist. In den Einstellungen kannst du statt der adaptiven Breite ein festes Fenster von ±20 oder ±30 Minuten wählen.
Das adaptive, schmale Fenster trifft an echten Daten gemessen in etwa zwei von drei Fällen. Das feste Fenster von ±30 Minuten ist eine Stunde breit und trifft öfter, sagt dafür weniger genau. Du wählst, was dir mehr hilft.
„Wird müde“
Tippst du auf „Wird müde“, setzt naido ein kurzes Fenster um etwa zehn Minuten nach dem Tipp, ±12 Minuten. Das Signal gilt 45 Minuten. In Simulationen an echten Daten traf ein solches Signal deutlich öfter als jedes Modell aus Protokolldaten, weil es neue Information enthält: deine Beobachtung von jetzt.
Ausnahmezeiten
Zahnen, Krankheit, Schlafregression: Im Störungs-Modus zählen die jüngsten Tage deutlich stärker (mit wenigen Daten wird stattdessen das Fenster breiter), und naido stuft die Vorhersage als wenig belastbar ein. Zeiträume wie Urlaub markierst du, auch nachträglich; in dieser Zeit rechnet naido mit den jüngsten Tagen, und in der Prognose-Güte bleiben diese Tage außen vor.
Wie du die Treffer selbst prüfst
Unter Statistik zeigt die Prognose-Güte, wie oft die Vorhersage bei deinem Kind getroffen hätte. naido rechnet dafür die Schläfchen im gewählten Zeitraum nach (7, 14 oder 30 Tage, vorgewählt 14), jedes nur mit den Daten, die damals schon da waren. Mitgezählt wird ein Schläfchen erst, wenn es davor mindestens zehn vergleichbare Wachfenster gab; wer ohne Vorgeschichte beginnt, sieht die ersten Tage deshalb noch nicht in der Quote. Importierte Einträge zählen als Vorgeschichte, nach einem Import mit genug Daten zählt die Quote also sofort. Neben der Trefferquote steht die Median-Abweichung, weil sich mit sehr breiten Fenstern jede Quote erreichen ließe. Gruppen mit weniger als fünf Fällen zeigen keine Quote.
Was naido bewusst nicht tut
Wir haben aufwendigere Verfahren an neun Monaten echter Daten geprüft: lernende Verfahren wie Gradient Boosting und Random Forest, Regression und das Zwei-Prozess-Modell der Schlafforschung. Keines hat messbar besser getroffen als die gewichtete Schätzung aus den letzten Tagen. Ein Baby ändert sich schneller, als ein Modell lernen kann.
Grenzen
- Selbst ein Verfahren, das den Durchschnitt des jeweiligen Tages im Voraus kennt, traf in unseren Messungen nur etwa die Hälfte der Schläfchen auf ±20 Minuten genau. Das Wachfenster schwankt von Tag zu Tag um etwa eine halbe Stunde. Deshalb zeigt naido ein Fenster und keine Minute.
- Die Messungen beruhen auf wenigen echten Verläufen: der längste über neun Monate, einzelne Teile an vier Kindern geprüft. Bei deinem Kind kann es anders aussehen; die Prognose-Güte zeigt, wie es bei euch läuft.
- naido beobachtet und rechnet. Die App gibt keinen medizinischen Rat; bei Sorgen um den Schlaf deines Kindes frag ärztlich nach.